Herzblut – Entstehung

Nach einigen Nachfragen, wie eigentlich Herzblut erstanden sei und auf Bennes stetiges Anmerken „Es wäre noch wirklich gut einmal für alle aufzuschreiben, wie sich Herzblut sich entwickelt hat“, komme ich um 7:28 Uhr eurer – aber im besonderen deiner Benne – Bitte nach. Es war das Jahr 2016 und ich hatte mich bereiterklärt, die Bändchenschichten bei der Abschlussfeier zu übernehmen. Eine wirklich ehrenvolle Aufgabe, als wohl einer der wenigen anwesenden Menschen in Jeanshose und dem besten Pullover mit nur einem Loch, die im – für eine Abschlussfeier – angemessen gekleideten Menschen zu begrüßen. Wie manche von euch wissen finden jedes Jahr Ehrungen der besten Studierenden statt, in denen die Dozierenden im überaus großen Ausschweifungen erzählen, auf welch tolle Art und Weise diese Arbeit geschrieben wurde. Im Anschluss darf dann der- bzw. diejenige noch kurz etwas dazu sagen. (Es ist ein straffer Zeitplan!) Im Jahr 2016 hielten zwei Absolventen gemeinsam eine Rede, die mir schon beinahe grenzwertig an einen feierlich, wohlfühlparadismäßigen, „wir-haben-uns-alle-lieb“-Abend vorkam. Aber die Rede hatte Energie, sie hat zeigte die gesellschaftlichen Problematiken auf und trafen meiner Meinung nach genau ins das Zentrum der Komplikationen. Die dritte Rednerin (welche jetzt wissenschaftliche Mitarbeiterin der KatHO ist) erwähnte in einer sehr bewegenden Rede die Bedeutsamkeit der Arbeit mit Herzblut und ich ahnte zu fühlen was sie versuchte zu vermitteln. Das Publikum bestand aus Dozierenden, Absolvent*innen, Familie und Investor*innen und so offensichtlich war die Idee geboren.

[Um die Spannung für alle Beteiligte herauszunehmen möchte ich an dieser Stelle kurz einschieben: Projekt Herblut an der Piusallee ist keine Konkurrenzveranstaltung. Der Fokus liegt auf den Abschlussarbeiten und es steht nicht die Würdigung im Vordergrund, sondern die Darstellung und Vermittlung der erarbeiteten Inhalte und dessen Entstehungsprozesse. Die Zielgruppe sind aktuelle Studierende aller Art, Dozierende, arbeitende Menschen mit Bezug zu den Thematiken und Interessierte.]

Wohl mit keiner anderen Ressource wie die der Abschlussarbeiten wird aus meiner Sicht so fahrlässig umgegangen, denn grob gesagt läuft dies so ab: Man müht sich 3-5 Monate … ab, dann lesen diese Arbeit aus Nettigkeit und guten Willen zwei Studierende, zwei praxisferne Familienmitglieder mit Glück die nette Leiterin der Praxiseinrichtung und die zwei Begleitdozent*innen. Schreibt man die beste Abschlussarbeit, darf man diese der oben genannten Zielgruppe vorstellen und im Anschluss wird diese in das Büro des Dozierenden gelegt, von da aus in den Keller gefahren und nach einigen Jahren geschreddert. Welch würdevoller Abgang. (Natürlich weiß ich, dass die Abschlussarbeiten mit 1,3 oder besser in die Bib verlegt werden – aber die Anzahl der Leser*innen hält sich doch sicherlich in Grenzen.)

Nun es war 2016 und wir hielten diese Idee im AStA für eine gute Idee. Ich war motiviert, Idee klasse, Rückenwind von Dozierenden (vielen Dank an Herrn Klein, Frau Tölle und Herrn Schwab), sogar schon den ersten Redner (danke an Gerrit). Das Logo gestaltet, die ersten Infos an die Studierendenschaft und dann – KatHO Camp. Mit dieser Rückmeldung hatten wir nicht gerechnet und unser Workload war neben Studieren über 9000.

Nun haben wir 2018, wir haben einen Termin, zwei tolle Rednerinnen, Rückenwind von Dozierenden (vielen Dank an die ehrenwerten Professor*innen Tölle, Nathschläger, Neuhäuser, Rövekamp, Schwab, Menke, Beermann, Klein und vielen Dank auch an Pia, Christine Koeppe, Alexander Feldhaus, Frau Ebel) und Benne. Ohne euch wäre dieser Abend sicherlich nicht zustande gekommen. Und natürlich Danke an den AStA, StuPa die Organisation des nächsten KatHO Camps läuft bereits auf Hochturen (am 05.12. wissen wir mehr). Danke auch an die B-Side, ihr stellt ein super Projekt auf die Beine. Danke an die DKM für die Unterstützung. So genug mit den Danksagungen, ich freue mich auf den heutigen Abend.

– Timo Adiek