Monat: Juni 2018

Protestcamp am Schlossplatz 2018


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Wie auch in den vergangenen Jahren versammelten sich Studierende der Uni Münster, FH und der KatHO, sowie weitere Interessierte am Dienstag den 19.6.2018 am Schlossplatz in Münster um für mehr bezahlbaren studentischen Wohnraum zu protestieren. Bereits am frühen Morgen wurde eine Bühne für die bevorstehende Veranstaltung, sowie Deko, Sitzmöglichkeiten und erste Pavillons für workshops aufgebaut. Schon um 14:00 Uhr errichteten Studierende erste Zelte und der Schlossplatz verwandelte sich allmählich zu einen bunten, mit Wimpeln und Lichterketten versehen Camp. Ab 16:00 Uhr dann der offizielle Start des Camps und er ersten Workshops zur konkreten Wohnsituation in Münster. Jutebeutel wurden passend zum Thema „Wohnraum“ besprayt, Waffeln gebacken und vieles mehr. Für ausreichend Essen sorgte Elbén mit ihren Foodtruck. Um 18:00 Uhr begrüßten Vertreter_innen der ASten Münsters die Teilnehmer_innen und Gäste des Protestcamps und schilderten die derzeitige Wohnraumsituation für studierende in Münster. Sie forderten: „Den dringend benötigten Bau neuer Studi-Wohnheime“, „die Renovierung alter, sanierungsbedürftiger Wohnheime ohne Kostenumlage auf den Mietpreis“, die Angleichung der Durchschnittsmiete der Wohnheime der Studierendenwerke an die Bafög- Wohnpauschale“, „die vollständige Ausfinanzierung der Studiwerke duch das Land NRW“ und „die Schaffung von (vorübergehenden) Unterbringungsmöglichkeiten für Studierende zum Wintersemester um den Wegfall der 700 Wohnplätze zumindest teilweise auszugleichen“! Abgerundet wurde der Abend mit einem Poetry Slam, sowie Musik von „Lisarr“, „The Fous“ und „Annies Style“, denen die „Bewohner_innen“ der mitlerweile mehr als 18 aufgerichten Zelten lauschten. Für eine stärkere Wahrnehmung der Problematik und des Camps sorgte zum Abschluss eine Djànes mit Beats bis in die Nacht.

-Bastian Baackmann

Foto: AStA-WWU-Münster 35701240_1796930163716824_6461446952990015488_n

KatHO Camp 2018


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Zwischen Exploration und Eskalation – Ein Kommentar

Wenige Stunden nach der Heimkunft sitze ich auf dem Sofa in meinem Wohnzimmer, ohne Stimme und mit den Füßen im Kühleimer, während ich versuche das vergangene Wochenende zu erfassen. Aber beginnen wir am Anfang unseres Wochenendes. Nach wochenlanger intensiver Planung und Vorbereitung machten wir uns endlich nach Oer-Erkenschwick auf. In einem Auto, dessen Fracht aus Lebensmitteln, Lichterdeko und Lebensfreude bestand durften wir erkennen, dass sich dieses per Knopf in eine fahrende Festival-Bühnen-Bass-Box verwandeln lässt. Dementsprechend kamen wir übermäßig gut gelaunt am Donnerstag planmäßig um 15:00 Uhr im Kinder- und Jugendcamp an. Die über Wochen entstandene Anspannung bzw. organisatorische Überforderung wich mehr und mehr Vorfreude. Das Kunststück mit 17 Studierenden bestehend aus Zweit-, Viert- und Sechst-Semestlern, aus StuPa, AStA und nicht Gremiumsleuten ein Camp für 180 Studierende zu organisieren, welche den hohen Erwartungen des Vorjahres gerecht werden solle ist für mich selbst nach dem Camp eine absurde Aufgabe. Nachdem wir das bestellte Bier (140 Kisten) entgegengenommen hatten und das Gelände in ein buntes und leuchtendes Festivalgelände verwandelt hatten warteten wir mit Bier und Sekt auf das kommende Wochenende. Der Freitag morgen begrüßt uns mit Weltuntergangsstimmung. Während der Regen in Massen niederprasselte, feilte ich bereits an einer Ansage, um den Regen als ein Geschenk, eine Herausforderung oder das Leben selbst zu verkaufen. Als ich die Information erhielt, dass selbst die umständlichsten Aufgaben (wie beispielsweise der Transport und Delegation meines Sofas) von den Zuständigen als „geregelt“ deklariert worden sind, der Großteil der Teilnehmer*innen sich in einem überfüllten Zug befanden und der Regen sich in Sonnenschein verwandelte, glaubte ich zum ersten Mal daran, dass unser erdachtes Konzept aufgehen könnte. Nachdem sich die Hütten und Zelte mit einer Masse an euphorischen Studierenden füllte, wir diese mit KatHO-Camp-Bändchen ausstatteten, wir unsere Premium-Gremium-Shirts anzogen und die Anzahl der Menschen feierten, wurde nach und nach das Camp Realität. Nach der ersten „Wir-leben-uns-ein-Phase“, dem ersten Essen für Menschen des Scharfen Geschmacks spielten wir „Meine Hütte kann!“. Durch eine sehr punkt-reiche Runde gewann das „Team Einfluss“ unter der Koordination von Feemke, die wettete, dass Laura 17 Chilistücke essen kann, das Spiel und als Preis mein Sofa auf Lebenszeit! Herzlichen Glückwunsch nochmal an dieser Stelle für das Gewinnerteam. Laut dem am Sonntag vorgelegten Bericht der Nachbarschaft endete der Abend um 4:30 Uhr. Um 8 Uhr dröhnte das Hausfrauen-Propaganda-Lied „Aufsteh’n ist schön“ durch unsere Boxen und wir starteten um 10 Uhr mit dem Workshops Batiken, Selbstverteidigung, Erlebnispädagogik, Volleyball, Freundschaftsbänder, Henna und später zusätzlich mit TMT, Bier-Yoga, Wald- und Umweltpädagogik. Einen riesigen Dank an dieser Stelle an Herrn Lambers, Herrn Rövekamp, Herrn Rauhaus und die fantastische Waldpädagogik Frau, dessen Name für uns nicht aufzufinden ist!! An einem Wochenende nach der Exkursion an einer Veranstaltung der Studierendenschaft teilzunehmen ist alles andere als selbstverständlich!! Nach einem Grill-Buffet starteten wir das Flunkyballtunier (oder anscheinend auch „Flankybohl“ genannt), welches sich zu einer äußerst emotionalen Veranstaltung entwickeln sollte. Am Ende setzte sich das Team „die Wilden Lappen“ (anfangs „sucht euch doch einfach einen aus“) gegenüber den anderen 14 Teams durch, wodurch diese (also wir) die erste Signatur auf dem Wanderpokal erhielten. Laut Bericht feierten wir trotz des nächtlichen Gewitters die ganze Nacht durch, um dann um 8 Uhr mit dem Frühstück und der anschließenden Abschluss-/ Danksagungsrunde uns bis zum nächsten Jahr zu verabschieden. (also zumindest theoretisch)

Zwischen diesen Zeilen stehen so viele persönliche Erlebnisse, welche ich gar nicht alle aufzählen vermag. Dennoch möchte ich abschließend sagen, dass für mich dieses Wochenende eine unglaubliche Erfahrung war, in der ich einen so starken Zusammenhalt mit 180 offenen und liebevollen Menschen gespürt habe. Danke an alle Menschen, die dieses überwältigende Wochenende ermöglicht haben!!

Timo Adiek

PS: Es wird ein Aftermovie geben, „gute Dinge brauchen Zeit“

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